FCSP 0-0 Ingolstadt; 22.03.2014 Ein Fehlpass kommt selten allein

„Was lange währt, wird endlich gut…“ das wäre die schön-umschriebene Floskel zu Beginn. Die Vertuschung wäre ein „Klar warten wir bis nach dem Paderborn-Spiel mit dem Blogeintrag“ und die ehrliche ist „Kacke, wie die Zeit verrennt…“

Ingolstadt_USP
Quelle: http://usp.stpaulifans.de/

Aber jetzt isses endlich soweit, die Province hat wieder was zu sagen.

Freitags arbeiten, wenn man direkt vom Arbeiten zum Zug rennt und nach Hamburg fährt ist so schön, so voller Vorfreude und so unproduktiv. So auch letzten Freitag. Nachdem man der Lohnarbeit den Rücken kehrt und sich Richtung Zug aufmacht ist alles gut. Woche abgehakt, Arbeit vergessen, ab jetzt gibt’s nur noch Fußball.

Am Bahnhof dann meine Schwester eingesammelt und ab in den ICE Richtung Millerntor. Verheißungsvolle Tage stehen bevor. Könnten wir doch gegen einen gut bezwingbaren Gegner wieder 3 Punkte holen und mal wieder ein richtig schönes Spiel abliefern. Das hab ich mir gewünscht, aber natürlich auch meiner Schwester, welche das erste Mal mit zum magischen FC fährt. Am Freitag angekommen, kurz Freunde besucht, dort das Quartier bezogen und dann wieder los. Schon fast obligatorisch in der Wohlwillstrasse eine Falafel holen und dann zum Stadion. In den Fanräumen war eine Deutschpunk-Soli-Party der Fanszene.

War gut was los, Stimmung war ganz geil, aber irgendwie waren wir glaub schon ein wenig spät dran. Aber egal, war ein schönes Fest und so nah am Stadion fühlen wir uns ja immer wohl. Dann noch kurz zum Dschungel, bissl schnacken und dann Richtung Bett. Man will ja am Spieltag frisch, fromm, fröhlich, frei sein.

Am Samstag dann raus kurz unter die Dusche und ab zum Fanladen. Karten holen, Mate trinken und die Basch geholt.

Die Vorfreude steigt von Minute zu Minute. Musste ich doch mittlerweile seit über vier Monaten warten, ehe ich wieder am mighty Millerntor sein konnte.

Halb zwölf dann in die Süd, paar Sticker am USP-Stand geholt und dann in Block. Ein herrliches Gefühl. Fast noch leer, aber trotzdem ist man sofort wieder im Bann, sofort ist man voll da und fiebert dem Anpfiff entgegen. Während mich diese Geilheit aufs Spiel und den Support packt, ist die Schwester schon ganz aufgeregt :D

Das einzige, was nicht zu der Situation passte war, dass wenn in der Süd gerade mal 200 Leute stehen, man sich hinstellt und man dann darauf hingewiesen wird, dass da ja noch 30 Leute kommen. Sorry, sowas versteh ich, wenn der Block voll ist, wenn man dann paar Plätze freihält, weil noch jemand Getränke holt oder zu spät kommt oder wir mit 50 Mann genau da stehen, wo sie sich treffen. Aber präventiv Leute schon mal versuchen wegzuscheuchen, weil es könnte ja evtl. eng werden find ich nicht gerade fair.Im Endeffekt hatten alle Platz und keiner musste jemanden zwecks Platzmangel auf die Schulter nehmen. Zur Not müssen die Leute halt pünktlich kommen, dann bekommt jeder nen Platz ;) Aber wie gesagt, sollte das nur eine kleine Randerscheinung sein, die eigentlich auch gar nicht so viel Platz hier einnehmen sollte. Aber wenn man 750km fährt und das das erste ist, was man hört, dann bleibt das irgendwie im Schädel.

War aber schnell wieder ausgeblendet und es konnte losgehen. Sehr schöne Fahnenchoreo auf der Süd. Ich mag das, wenn richtig was los ist =)

Da hat man gleich das Gefühl, jetzt krachts gleich richtig und das 1:0 fällt sofort. Naja, nach drei Minuten hat Ingolstadt dann die Großchance um in Führung zu gehen. Das Spiel wollte nicht so richtig schön werden. Auffallend war, dass ein Fehlpass den nächsten gejagt hat. Ingolstadt war ein netter Gast und spielte das teilweise auch sehr schön mit. So macht das Ganze aber kaum Spaß und bringt keine Punkte.

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Quelle: http://ostblocksanktpauli.wordpress.com/

Ich hab mir eigentlich vorgenommen, hier auch mehr über das Spiel an sich zu schreiben, aber ehrlich gesagt, ist das Spiel gegen Ingolstadt wohl das falsche um damit anzufangen. Gefühlt war die Schiedsrichterinnenleistung dem Spiel angepasst. Meiner Meinung nach hätten wir einen Elfmeter und 2-3 Freistöße in Strafraumnähe bekommen müssen. Es wär natürlich leicht zu behaupten, die Schiedsrichterin wäre schuld gewesen. Das ist mit Sicherheit nicht der Fall, aber wenn spielerisch gar nix zusammengeht, dann hast du halt noch Halstenberg und Maier, welche mal nen Freistoß reindeppern. Und dann nervts dich richtig, wenn dir genau die Freistöße nicht gegeben werden.

Aber was solls. Das Spiel dümpelte vor sich hin und wenn ich ehrlich bin, hatte ich auch nicht mehr dran geglaubt, dass in der Partie überhaupt noch irgendwas geschieht.

So war es dann auch, Abpfiff… und das Gefühl, als hätten wir verloren. Ganz komisch so was, da ich mir wirklich 3-4 Mal klar machen musste, dass wir ja nen Punkt haben. Aber es fühlte sich doch wie ne Niederlage an.Da hat einfach viel gefehlt. Kampfgeist, genaues Spielen, die Spielfreude und Laufstärke, die uns so gefährlich machen kann.

KÄMPASHOWAN
Quelle: http://kleinertod.wordpress.com/

Naja, abgehakt, trotzdem glücklich, wieder am Millerntor zu sein.Was dann aber nervt, sind Leute die pfeifen… Was seid ihr denn für Pfeifen? Da steh ich voll und ganz hinter Vrabec, Tshauner und Co. die sagen:

Schaut doch mal wo wir stehen. Schaut auch mal was wir erreicht haben.

Klar war das Spiel scheiße. Aber am Millerntor wird nicht gegen die eigene Mannschaft gepfiffen. PUNKT. Wer so nen HSV-Style an den Tag legen will…Stellingen…kennste?!

Was unsere Jungs bei und nach so einem Spiel brauchen ist aufbauende Unterstützung und Support, mit welchem wir die Jungs schon so oft wieder in Spiel bringen konnten. Einigen Pfeifen wurde das auch ziemlich schnell ziemlich klar gemacht.

Aber auch das sollte die Freude nicht schmälern. Wir also ab ausm Stadion, kurz mit Viva con Agua gechillt und ab zum HaSiVau gegen Stuttgart schauen. Naja, kann man kurz und knackig zusammenfassen: THE HSV WANTS ABSTIEG!

Zum Spiel gegen Paderborn schreiben wir mal nicht so viel. Wir waren nicht live im Stadion, aber arg viel besser wie an der Glotze wird’s nicht gewesen sein. Unsere Jungs präsentierten sich wie gegen Ingolstadt, aber der Gegner war besser. Das gerade Saglik zweimal trifft ist natürlich ärgerlich, aber im Endeffekt machts keinen Unterschied, denn die Niederlage war verdient.

Jetzt heißt frei nach Lukas Podolski: Jetzt müssen wir die Köpfe hochkrempeln. Und die Arme natürlich auch.

Gegen Fürth sind wir mit zwei Autos im Millerntor. Vorangehen, mit dem was man erwartet. Wir geben 100%, versprochen!

Ich darf auch nochmals auf unseren tollen Shirts hinweisen, bestellt euch die Dinger. Die sehen schick aus und helfen.

Danke an den Fanladen, Fanclubsprecherrat, FC St. Pauli FM und Fußball-Fans gegen Rechts für die Unterstützung.

Liebe kennt keine Punktezahl!
Immer weiter Voran!
Forza Sankt Pauli!
H2Flo

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