Greuther Fürth 3-0 FCSP; 01.09.2014 Das hier ist Fußball, das hier sind Dramen…

Nachdem es rund um den Province Fanatics Blog in letzter Zeit ein wenig ruhiger war, gehts jetzt wieder ab. Die Saison ist inkl. DFB-Pokal auch schon wieder fünf Spiele alt.

Mit Erscheinen des Rahmenspielplans dacht ich mir, dass wir mit Ingolstadt, Aalen, Sandhausen und Fürth eigentlich ein gutes Startprogramm haben. Gegen die ersten drei Punkte und Selbstvertrauen holen um damit die Fürther zu Hause ärgern. Beim Blick auf die Ergebnisse und die Tabelle merkste selber, dass da irgendwas wohl anders gelaufen is.

Nun ist die Situation, dass wir nach vier Spielen, vier Punkte und nicht mal vier Tore haben. Und wenn man die Spiele gesehen hat, weiß man, dass auch die vier Punkte nicht souverän eingefahren wurden.

Das Problem ist eigentlich nicht (nur), dass wir verlieren, das Problem ist, wie sich die Mannschaft präsentiert. Es folgt hier der Bericht vom DFB-Pokal Wochenende und vom Spiel in Fürth. Gegen Sandhausen waren zwar auch Province Fanatics am Start, aber ich selbst leider nicht, daher sei auf die anderen verlinkten Blogs verwiesen.

Ein kleiner Gedanke noch zuvor: Ich habe Vertrauen in die Mannschaft. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass wir einen der besten Kader der letzten 5-6 Jahre haben. Das Problem liegt nicht an dem, was die Mannschaft kann, sondern daran, was gerade auf dem Platz abgerufen wird. Und ja, auch ich glaube, dass Roland Vrabec die Mannschaft nicht mehr erreicht und sich hier was tun muss (ha, gerade fertig mit schreiben und die Info dass Vrabec gegangen wurde flattert ins Haus), aber ich bin gegen Spieler/Trainer-Bashing und schließe mich auch unserem Freund Kai an, der schreibt:

“Behandelt sie alle mit Respekt, egal was mit ihnen heute oder später geschieht. Es sind St. Paulianer, es sind vor allem Menschen. Und wir sind St. Pauli, und ich jedenfalls will das auch bleiben bis zum Schluss. Ich kann nicht anders!“

DFB-Pokal in Rathenow

Da es erfahrungsgemäß eher wenig Pokalspiele für unseren magischen FC gibt, war klar, dass man sich die erste Runde mal wieder antut. Also machten sich zwei Kleinstdelegationen auf den Weg nach Rathenow. Die Angst ist groß, das gleiche Spiel wie gegen Chemnitz, Trier und Münster: Wir sind Favorit.

Nach dem Spiel gegen Aalen war mir schon ein wenig bange. Sollten unsere Jungs genau so spielen, wird’s mit Sicherheit wieder ne knappe Kiste mit offenem Ausgang. Am „Stadion“ angekommen gleich rein und das Ganze mal auf sich wirken lassen. Rechnet man die Zäune u.ä. weg, also alles, was der DFB als Auflage fordert, ist es ein schnuckeliger Sportplatz, mit gefühlten 50 Sitzplätzen und 50 qm überdachter Fläche, ähnlich also wie bei den Dorfvereinen hier bei uns.

Rathenow

Zum Spiel brauch ich nimmer viel schreiben, schon zu lange her und schon viel zu viele gute Berichte darüber. Trotz des eigentlich ungefährdeten 3:1-Sieg war es wieder kein Spiel Prädikat „So muss dat sein“. Im Vergleich zu Aalen eine klare Steigerung, schön dass Chris Nöthe und Ante Budimir treffen. Aber gegen einen Fünftligisten war es im Endeffekt nicht mehr wie ein Pflichtsieg nach dem Motto: Ein gutes Pferd springt nur so hoch wie es muss.

Alles in allem bleibt festzustellen, dass wir es in Runde zwei geschafft haben und unser nächster Gegner heißt Borussia Dortmund. Vielleicht ist es ja die Situation, welche wir brauchen… mal nicht als Favorit in ein DFB-Pokal Spiel zu gehen. Hat gegen Stuttgart vor drei Jahren zwar leider nicht geklappt, aber… we will see!

Im Anschluss des DFB-Pokal Krachers in Rathenow bin ich mit einem Kleinbus voller netter Menschen weiter Richtung Berliner Innenstadt zum Spiel der Viktoria Berlin gegen Eintracht Frankfurt. Hat mir auch gefallen, die Viktoria konnte phasenweise dagegenhalten und sich die ein oder andere Chance rausspielen, im Endeffekt geht der 2:0 Sieg der Frankfurter aber in Ordnung. Supporttechnisch ist es schon auch eine starke Leistung, was die Frankfurter da in Berlin fabriziert haben. Lautstärke, leider nicht Inhalt.

Wenn man Sachen, wie „wir ficken euch in den Arsch“, „Homo-Ehe Berlin und KSC“, etc. hört, dann weiß man wieder ganz genau, warum man bei Sankt Pauli ist. Und das sind leider keine einzelnen Rufe, sondern ein Gesang, den der Großteil der Szene schreit.

Abends dann ein wenig Berlin unsicher gemacht, Astra Stube, OBE, etc. Morgens um 5 dann mit dem ICE wieder zurück in die Heimat. Alles in allem ein schöner Fußballsamstag.

Nachdem ich mich am Sonntag wieder regeneriert hab, ging es am Montag mit ein paar Leuten ab zu den Freunden nach Heidenheim. Diese sind, wenn ichs richtig weiß, das erste Mal von einem Montagsspiel betroffen, ich hoffe für euch (wie für uns), dass ihr möglichst oft davon verschont bleibt – GEGEN SPIELANSETZUNGEN UNTER DER WOCHE!!!

Choreo Fanatico Boys

Zu Beginn gab es eine schöne Choreo der Heidenheimer Ultras und dann konnte es los gehen. Der Support zu Beginn ein wenig mit Anlaufschwierigkeiten wurde nach dem Tor, dann besser. Im Großen und Ganzen geht der 2:1 Erfolg schwer in Ordnung. Wir freuen uns mit, der FCH hat aber mit dem VfL Wolfsburg in der zweiten Runde einen ebenfalls schweren Gegner.

YS HDH

Montagsspiel in Fürth

Von den in einem früheren Beitrag erwähnten 11 Spiele im Süden der Republik stand mit dem Spiel am Montag in Fürth das zweite an.

Da es für uns nur knappe zwei Stunden Fahrt sind, konnten wir trotz Montagsspiel mit zwei vollbepackten Autos nach Fürth aufbrechen. Das vorherrschende Thema, zumindest in unserem Auto, war natürlich die sportliche Situation, die Aussichten, wie es denn weitergeht, sollte der FC wieder so einen Auftritt abliefern, etc.
Einig sind wir uns, dass was passieren muss, einig sind wir uns auch, dass der Kader top ist, sogar für den Aufstieg gut genug. Aber alle Fußballweisheiten und Fakten bringen dir nichts, wenn du auf den Rängen stehst und der Schiri das Spiel anpfeift. Ab jetzt zählt nur noch Siegeswille, Kampf, spielerische Klasse und der Wille, der unerbittliche Hunger nach drei Punkten.

Zu Beginn wurde von der Früher Gruppierung „Stradevia“ ein Transparent entrollt, auf welchem die immer noch sehr wichtige Thematik der Flüchtlingspolitik behandelt wurde. KEIN MENSCH IST ILLEGAL!

Stradevia

Der Block war gut gefüllt, die Aufregung war da, man konnte es kaum erwarten bis es endlich los ging. Da es wohl ein Todesfall gab, wurde die erste Spielminute als Schweigeminute genutzt.

Ab Minute zwei wurde aber klargemacht, wer hier das sagen hat. Supporttechnisch war das ein top Auftritt der Sankt Pauli Fanszene. Vor allem, wenn man auch das Spiel auf dem Rasen dazu nimmt, da dies ja nicht zuletzt auch Einfluss auf den Support hat. Was dort geboten war, konnte man getrost vergessen. Die erste fünf Minuten waren ok, der Ball lief, man hatte das Gefühl, da klappt auch was. Das der Schuss von Ratsche zu Beginn des Spiels der einzige (!!!) im kompletten Spiel bleibt, dass konnte wohl keiner ahnen. Ab hier war das Spiel freundlich an die Fürther abgegeben. In der Vorwärtsbewegung gingen die Bälle reihenweise verloren, auf den Seiten konnten die Fürther passieren wie sie gerade lustig waren und die Zweikämpfe in unserer Defensive wurden in der Regel verloren.

Die Tore Nummer eins und zwei waren nur eine logische Folge, beides Mal eine schöne Flanke von außen und ein dankbarer Abnehmer taucht vor Tschauner auf. Und so steht es innerhalb von drei Minuten 2:0 für die Kräuter aus Fürth. Das dritte Tor war ein zugegeben sehr schöner direkter Freistoß, den kann man sich mal fangen, wie nötig das Foul davor war, darüber lässt sich streiten, aber ich sag mal, an diesem Tor hat es nicht gelegen – so ein Ding macht der Trinks auch nicht jeden Tag.

Zur Halbzeit kam die Neuverpflichtung Enis Alushi. Für mich von Anfang an unverständlich wie man einen Spieler holen kann, ihn als genau den Spieler betiteln, den man jetzt brauch… und ihn dann auf die Bank zu setzen. Sei’s drum. Alushi war im Großen und Ganzen der einzige Lichtblick. Hat sehr auffällig gespielt, ist als Anspielstation im Mittelfeld da und verteilt die Bälle.

Fakt ist, dass wir mit 3:0 noch gut bedient waren, Fakt ist aber auch, dass die Mannschaft das Potential hat, sich aus der Situation wieder zu befreien. Bleibt zu hoffen, dass der Trainerwechsel heute was an der Mannschaft ändert. Wir brauchen einen Trainer, der die Mannschaft erreicht, der ihnen Spielfreude, Kampfeslust und Selbstvertrauen zurückbringt, denn das hab ich in den letzten Spielen leider sehr vermisst.

Thomas Meggle, ich wünsch dir einen guten Start, schön dass du da bist!
Roland Vrabec, danke für deine Arbeit. Schade, dass wir so auseinander gehen, alles Gute für deine weitere Zukunft!

Nun also die Situation mit 4 Punkten aus 4 Spielen, einen Trainerwechsel und das Spiel gegen die Sechzger vor der Türe.

Lasst uns diesen Wechsel als Wendepunkt nehmen. Die Mannschaft braucht uns! Wir müssen zusammen nach vorne schauen und endlich in die Saison starten. Es sind noch 90 Punkte zu vergeben, also lasst uns nach ihnen greifen.

1860, Aue und Frankfurt sind Gegner, gegen die wir jetzt Punkten müssen. Ohne wenn und aber.

FORZA BRAUN WEISS! FÜR IMMER MIT DIR!
H2Flo

Hier noch eine kleine Linksammlung:

DFB-Pokal in Rathenow:
Breitseite
Grenzenlos Sankt Pauli
Ja was denn?!
Kleiner Tod
Sankt Pauli Streets
USP
Magischer FC
Metalust & Subdiskurse Reloaded

Sandhausen:
Breitseite
Grenzenlos Sankt Pauli
Kleiner Tod
Stefan Groeveld
USP
Sitzblogade
Der Übersteiger
Quotenrock
Keep calm and follow Sankt Pauli
Metalust & Subdiskurse Reloaded
Muckefuck Sankt Pauli
BeebleBlox

Fürth:
Der Übersteiger
Hamburg ist braun-weiss
Kleiner Tod
Metalust & Subdiskurse Reloaded
Quotenrock
USP
Grenzenlos Sankt Pauli
Breitseite

Trainerwechsel:
Der Übersteiger
Muckefuck Sankt Pauli
Sankt Pauli Streets


2 Antworten auf „Greuther Fürth 3-0 FCSP; 01.09.2014 Das hier ist Fußball, das hier sind Dramen…“


  1. 1 Jedem Ende wohnt ein Grauen inne | Grenzenlos Sankt Pauli Pingback am 03. September 2014 um 20:48 Uhr
  2. 2 #FCSP in Fürth, ein Rückblick auf die Fck you Freudenhaus-Ausstellung sowie ein Blick darüber hinaus | KleinerTods FC St. Pauli Blog Pingback am 04. September 2014 um 8:00 Uhr
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